Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 für Slata Roschal

Nach einer „wie bei jeder Preisvergabe schwerstmöglichen Entscheidung“ wurde Slata Roschal am gestrigen Abend der Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern 2018 verliehen. Die Jury aus  Wiebke Porombka, Thomas Kunst und Steffen Popp hatte dabei in diesem Jahr die Wahl zwischen sechs Finalistinnen – Margarete Groschupf, Sabina Lepadatu, Silke Peters, Slata Roschal, Katja Thomas und Carola Weider. Auch in diesem Jahr waren Jury und Publikum einer Meinung – die in München lebende Autorin erhielt zudem den Publikumspreis. Die weiteren Publikumspreise gingen an Margarete Groschupf, Katja Thomas und Carola Weider.

Der Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern wird seit 2016 vom Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop, dem Literaturhaus Rostock, dem Literaturzentrum Vorpommern im Koeppenhaus in Greifswald und dem freiraum-verlag in Kooperation mit dem Literaturrat M-V e. V. vergeben, um literarische Schaffen von Autoren und Autorinnen in und aus Mecklenburg-Vorpommern zu würdigen und zu fördern. Er ist mit einen einmonatigen Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop, einem Stipendiengeld in Höhe von 2.000 Euro, eine Lesereise durch die literarischen Institutionen Mecklenburg-Vorpommerns sowie der Möglichkeit einer Verlagspublikation verbunden. Die Publikumspreise sind mit 1.000, 500 und 300 Euro dotiert.

Die Preisträgerin Slata Roschal wurde 1992 in St. Petersburg geboren und hat Slawistik, Germanistik und Komparatistik an der Universität Greifswald studiert. Derzeit promoviert sie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Roschal hat bereits Lyrik- und Prosatexte in Literaturzeitschriften und Anthologien (u. a. außer.dem, mosaik, hEFt, LiteraturSeiten München, entwürfe) veröffentlicht und ist zudem als Übersetzerin tätig. Sie hat außerdem an Schreibwerkstätten wie dem 3. Poetencamp MV 2017 oder an der Textwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung im Herrenhaus Edenkoben 2018 teilgenommen. Im April 2018 erhielt Roschal bereits den Preis des Literaturwettbewerbs Ingolstadt.

DIE PREISTRÄGER

Slata Roschal, geboren 1992 in St. Petersburg/Russland, hat Slawistik, Germanistik, Komparatistik an der Universität Greifswald studiert und promoviert z. Z. an der LMU München. Veröffentlichungen von Lyrik und Kurzprosa in Literaturzeitschriften und Anthologien (u.a. außer.dem, mosaik, hEFt, LiteraturSeiten München, entwürfe); Übersetzungen aus dem Russischen, Mitherausgabe von zwei Anthologien bei Reinecke&Voß 2017. Teilnahme an Schreibwerkstätten wie 3. Poetencamp MV 2017, 13. Textwerkstatt der Jürgen-Ponto-Stiftung im Herrenhaus Edenkoben 2018; Preis des Literaturwettbewerbs Ingolstadt 4/2018.

Margarete Groschupf, geboren 1958 in Hannover, studierte Germanistik und Erziehungswissenschaften in Tübingen sowie Fotografie in Berlin. Für ihre literarischen Arbeiten erhielt sie u.a. Stipendien des Künstlerhauses Lukas in Ahrenshoop und des Künstlerdorfs Schöppingen. Ihre Erzählungen wurden u.a. im Konkursbuch und im DeutschlandRadio Berlin veröffentlicht. Ihre literarischen Features und Hörspiele waren u.a. im DeutschlandRadio Kultur, im SWR, WDR, NDR und beim Deutschlandfunk zu hören. Seit 1990 arbeitet sie als freie Mitarbeiterin für Die Zeit, den Tagesspiegel und die Süddeutsche Zeitung.

Katja Thomas,geboren 1980 in Gotha, studierte Germanistik, Journalistik und Geographie inGreifswald und Hamburg und besuchte das Deutsche Literaturinstitut Leipzig. Siewar mehrfach Preisträgerin des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen underhielt für ihre literarische Arbeit ein Aufenthaltsstipendium der Villa Decius in Krakau.Sie ist Mitherausgeberin der Anthologie Kein Hügel für die wilden Pferde,erschienen in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung. 2015 erschien in ihr DebütGehen mit Lou bei Edition Azur. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Stück Heimat fürsie. Als Kind immer in den Sommerferien an der Ostsee, drei Jahre studierte siein Greifswald, später lebte sie ein Jahr lang in Plau am See. Seit 2010 lebtKatja Thomas in Kirchentellinsfurt bei Tübingen.

Carola Weider, geboren 1967 in Ostberlin, absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester, bevor sie 2008 begann am Deutschen Literaturinstitut Leipzig zu studieren. 2009 und 2011 nahm sie an der Romanwerkstatt des Literaturforums im Brecht-Haus Berlin teil. 2016 erhielt sie das Aufenthaltsstipendium der Hansestadt Rostock. Im gleichen Jahr erschien ihr Roman KORA in der Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern. Carola Weider lebt und arbeitet in Berlin.

DIE JURY

Thomas Kunst arbeitet als Bibliotheksassistent der Deutschen Nationalbibliothek. Für seine literarischen Arbeiten wurde der Schriftsteller und Lyriker u.a. mit dem Lyrikpreis Meran, dem Lyrikpreis Dresden sowie Stipendien im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop als auch einem Stipendium der Villa Massimo in Rom ausgezeichnet. Der gebürtige Stralsunder lebt heute in Leipzig.

Wiebke Porombka war Regie- und Dramaturgieassistentin an verschiedenen deutschsprachigen Theatern, u.a. am Volkstheater Rostock, und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie arbeitet in der Literaturredaktion von Deutschlandfunk Kultur und als Kritikerin u.a. für DIE ZEIT und FAZ. Sie war u.a. Mitglied der Jury des Deutschen Buchpreises 2014 und ist Mitglied der Jury des Bremer Literaturpreises, der SWR-Bestenliste und des Preises der Leipziger Buchmesse.

Steffen Popp studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und der Humboldt Universität Berlin. Sein Roman Ohrenberg oder der Weg dorthin wurde u.a. mit einer Nominierung für den Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Sein Gedichtband 118 (erschienen bei kookbooks) stand 2017 auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse. 2018 erschienen seine Übersetzungen der Gedichte der US-amerikanischen Dichterin Elizabeth Bishop im Carl Hanser Verlag.