Kramer/Mießner/Pohl/Schittko et al.: my degeneration. the very best of. WHO IS WHO

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Softcover; 134 Seiten; 14,8 x 21,0 cm
ISBN: 978-3-943672-47-3

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Beschreibung

Das ist keine Satire, das ist bitterer Ernst. Willkommen an der Schwelle zur Verzweiflung.
Die Umbenennung der „GEZ“ in „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ machte eine Umstellung einiger wissenschaftlicher Namen erforderlich. So heißt Rose Ausländer jetzt Rosa mit Migrationshintergrund. Pippis Papa heißt jetzt in Deutschland nicht mehr „Negerkönig“, sondern „Südseekönig“ und spricht nicht mehr die „Negersprache“, sondern die „Taka-Tuka-Sprache“

Dieses Buch sorgt für die Notration Namedropping, damit die No-Name-Konkursmasse Bescheid weiß über die Prominenz im Koma. Es bedient (hoffentlich nicht) das uns allen gemeinsame Bedürfnis, übereinstimmender Meinung zu sein. Die angedeuteten semantischen Verwerfungen werden schon bald ein linguistisches Erdbeben auslösen. Dann wird DAS WORT, mit dem alles anfing, sein gerechtes Ende finden.

Die ersten Texte des Bandes verfasste Kai Pohl bereits 2004 in der Auseinandersetzung mit literarischen Cut-up- und Montagetechniken, die teilweise auf www-Suchmaschinenergebnissen beruhten. Einige Jahre später erhielt Clemens Schittko für sein Langgedicht „Who is who/is who or what“ einen Lyrikpreis. Andere befreundete Autoren schickten ihre Variationen zum Thema. Sogar der „Bund katholischer Dichter“ beteiligte sich – freilich ohne sein Wissen – an diesem Konvolut. Die Zusammenstellung gibt ein Beispiel für Sampling und kollektive Textproduktion im deutschsprachigen Raum.

Pressestimmen:

„Womit wir es hier zu tun haben, könnte man aber auch als Turbopoesie bezeichnen, mithin eine geniale Antwort auf das gegenwärtige Erscheinungsbild des Kapitalismus, den sogen. Turbokapitalismus. […] Man muß diese Texte, in denen sich, wie z.B. in Lars-Arvid Brischkes manifestartigem Beitrag (S. 100 ff.), die Rasanz und die Atemlosigkeit der medial aufbereiteten Gegenwart widerspiegeln, einfach politisch lesen. Und das durchaus mit Genuß.“
(Jayne-Ann Igel, Signaturen)

„Als Leser bekommt man bei der Lektüre den Eindruck, mit der Dynamik der Bezeichnungen
und Bezeichnungsänderungen werde die Stagnation des gesellschaftshistorischen
Prozesses kaschiert. Das tote Signifikat wird geschmückt und umtanzt von
delirierenden Signifikanten – eine unschöne Vorstellung.“ (Wolfgang Gabler, RISSE)

„Dieses Unprätentiöse bei aufrechter intellektueller Satisfaktionsfähigkeit der Beteiligten ist einer der beiden Gründe, „my degeneration“ gern zu lesen. Der andere ist der Sog, den dieses eine Bauprinzip mit seinen leichten Variationen entwickelt, angewandt auf allerlei Stoffe (die aber immer wieder zu demselben Grundthema zurückkehren, ohne sich zu erschöpfen …“ (Stefan Schmitzer, fiypoetry)

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